Mundkommunion

Aus Schäfer SAC
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Eine Hilfestellung für verunsicherte Christen

Paulus schrieb in seinem Brief an die Galater: "Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen!" (Gal 5,1)

Dieses Bibelzitat soll als Grundlage für diese Seite dienen.

Mit großem Eifer setzten sich Befürworter der Mundkommunion gegen die Praxis der Handkommunion ein. Dabei werden kräftige Sätze verwendet wie: "Den Empfängern von Handkommunion werden die Hände abfaulen."
Ich frage mich, woher diese Befürworter der Mundkommunion dies wissen. Mir ist keine Bibelstelle und kein Beschluss eines Konzils oder päpstliche Verlautbarung bekannt, die/der dieses besagt.

Zur Sache: In verteilten Flugblättern, wird die Handkommunion als Sakrileg darstellen, werden immer wieder Konzilien genannt, die sich gegen die Handkommunion ausgesprochen haben sollen. Dies soll hier näher untersucht werden und auf die wirkliche Aussage der Konzilien und der Hl. Schrift hingewiesen werden.

DH = "Heinrich Denziniger, Peter Hünermann (Hg.): Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen", ein über 1.700 Seiten starkes Glaubenkompendium der kath. Kirche aus dem Zeitraum vom "Brief der Apostel" (~160) bis zum nachsynodalen Apostolischen Mahnschreiben "Christifideles laici" (30.12.1988).

Verfechter der Mundkommunion und ihre Aussagen

1. Textanalyse[1]
Handkommunion? Jesus Christus, unser Herr und Gott (Joh 20,28), Dieses Bibelzitat an dieser Stelle erweckt den Eindruck, dass es sich um die Abendmahlszene handelt, es sind jedoch die Worte des Thomas bei der Begegnung mit dem Auferstandenen.
reichte im Abendmahlssaal den Aposteln seinen heiligen Leib in den Mund. Dies ist eine Behauptung, die erst mal bewiesen werden muss. Sie ist auf jeden Fall unbiblisch!
Der Beweis dafür ist die Tradition der Kirche. Diese "Beweisführung" würde in einem Gerichtsverfahren noch nicht mal als Indizienbeweis gelten. Gab es doch in der Urkirche Sättigungsmahle als Eucharistiefeiern.
Dies zeigen die ältesten bekannten Abbildungen der heiligen Kommunion und belegen Texte von Konzilien, Päpsten sowie Kirchenlehrern. Die ältesten bekannten Abbildungen der heiligen Kommunion und die Texte von Konzilien, Päpsten und Kirchenlehrern reichen nur bis in das 3.Jh. zurück. Dies zeigt, dass Ihre "Tradition" mit dem 3. Jh. beginnt und nicht mit dem Jahre 30, so wie sie es mit dem Abendmahlsaal angeben.
Das Konzil von Rouen (um 659) erklärte: Keinem Laien gebe man die heiligste Eucharistie in die Hand, sondern man lege sie in den Mund (Mansi 10,1199). Dieses Konzil von Rouen (um 659) ist für die Dogmatik so unbedeutend, dass es nicht bei DH aufgenommen wurde.
Bereits alte kirchliche Rechtssammlungen verurteilen die Aushändigung des Leibes Christi. "Das Konzil von Cordoba (839) nennt sie unkatholisch, sektiererisch" (Browe). Dieses Konzil in Cordoba (839) ist für die Dogmatik so unbedeutend, dass es nicht bei DH aufgenommen wurde.
Warnung vor schlechten Verwaltern des Allerheiligsten ist dringend notwendig. Warum denn, ist denn die Allmacht Gottes denn so schwach, dass er sich vor uns Menschen denn nicht selbst schützen kann?
Sie verursachen vermeidbares Herunterfallen und Zertreten von heiligen Teilchen, Beim Austeilen der Kommunion in den Mund ist die Gefahr des Herunterfallens größer, als bei Handkommunion.
obwohl sie wissen müssen, daß jedes Hostienfragment der ganze Christus ist (DH 1653). Daher wäre es besonders für die Verfechter der Mundkommunion dieses Dogma ungemein wichtig.
2. Textanalyse [2]
Handkommunion fördert niemals die Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten! Eine These, die erst noch bewiesen werden muss.
Wenn schon bei Ausstellungen und in Geschäften Hinweise zu lesen sind: "Bitte, nicht angreifen! Bitte, nicht berühren!" Umsomehr sollte man das beim Allerheiligsten beachten! Jesus sprach, "Nehmt und esset" (Mt 26,26) und nicht, "Nehmt und betet an." - Der Vergleich mit den Schauffensterauslagen hinkt schwer: Was wir in den Auslagen sehen, das essen wir höchstens beim Bäcker und Metzger.

In einigen Märchen werden wir daran erinnert, dass wir Menschen mit der Zunge (Sprache) mehr sündigen als mit den Händen (Handeln). Warum soll dann der Priester die Kommunion auf dieses Sündigste aller Körperteile ablegen, nicht jedoch auf die Hände?

Die Kirche ist das Gotteshaus, wo Christus in der Hl. Eucharistie gegenwärtig ist und zwar mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut, mit seiner Menschheit und Gottheit! Wer von den Katholiken mit Handkommunion bezweifelt denn das?
Fürs Theater sind Theaterräume und dafür geeignete Räume da! Die Kirche ist niemals ein Mehrzweckraum! Was hat das mit der Handkommunion zu tun? - Antworten Sie auch, dass jetzt die Sonne scheint, wenn ich Sie nach der Uhrzeit frage?
Weitere Texte
"In einigen Ländern ist die Handkommunion üblich geworden. Sie wurde von einzelnen Bischofskonferenzen erbeten und fand die Billigung des Apostolischen Stuhles. Es werden aber Stimmen laut über Fälle von bedauerlichem Mangel an Ehrfurcht vor den eucharistischen Gestalten, ein Mangel, der nicht nur die eines solchen Verhaltens schuldigen Personen belastet, sondern auch die Hirten der Kirche, die es vielleicht an Wachsamkeit über das Verhalten der Gläubigen gegenüber der Eucharistie haben fehlen lassen. Es kommt auch mitunter vor, daß die freie Wahl und der Wille jener nicht berücksichtigt werden, die auch dort, wo die Handkommunion amtlich gestattet ist, es vorziehen, ihrerseits die Mundkommunion zu wählen. Ich kann nicht umhin, im Zusammenhang dieses Briefes auf die soeben genannten schmerzlichen Probleme wenigstens kurz hinzuweisen." (Papst Johannes Paul II., 1980)
"Es ist ein schmerzliches Problem, wenn mitunter die freie Wahl und der Wille jener nicht berücksichtigt werden, die auch dort, wo die Handkommunion amtlich gestattet ist, es vorziehen, ihrerseits die Mundkommunion zu wählen." (Papst Johannes Paul II., 1980)

Katechismus der katholischen Kirche zum Empfang der Hl. Kommunion

Der "Katechismus der katholischen Kirche" (KKK von 1993) ist als Kompendium katholischen Glaubens anzusehen. In ihm sind alle wichtigen Glaubensdinge und Fragen der rechten Lebensweise behandelt. Zur Hand- oder Mundkommunion sagt der KKK nichts aus. Überhaupt geht der KKK in keinster Weise auf die Form des Kommunionempfangs ein. Alleine dies drückt aus, dass es für die Verfasser des KKK von untergeordneter Bedeutung ist, ob die Kommunion durch Hand oder Mund empfangen wird.

Den Verfassern des KKK ist zum Empfang der Hl. Kommunion Anderes viel wichtiger. In einer Auswahl einiger Aussagen soll dies verdeutlicht werden:

  • KK 1382 "... Kommunizieren heißt, Christus selbst empfangen, der sich für uns hingegeben hat."
  • KK 1388 "Es entspricht dem Sinn der Eucharistie, daß die Gläubigen, falls sie die Voraussetzungen erfüllen, jedesmal kommunizieren, wenn sie an der Messe teilnehmen: ..."
  • KK 1389 "Die Kirche verpflichtet die Gläubigen, ... durch das Bußsakrament darauf vorbereitet, wenigstens einmal im Jahr die Eucharistie zu empfangen, wenn möglich in der österlichen Zeit. ... Die Kirche empfiehlt jedoch den Gläubigen nachdrücklich, die heilige Eucharistie an den Sonn- und Feiertagen oder noch öfter, ja täglich zu empfangen."
  • KK 1390 "Christus ist unter jeder der beiden Gestalten sakramental gegenwärtig. Deshalb kann auch dann die ganze Gnadenfrucht der Eucharistie empfangen werden, wenn nur unter der Gestalt des Brotes kommuniziert wird. Zu Recht ist aus pastoralen Gründen im lateinischen Ritus diese Art zu kommunizieren am gebräuchlichsten. Doch „ihre volle Zeichenhaftigkeit gewinnt die Kommunion, wenn sie unter beiden Gestalten gereicht wird. In dieser Form wird das Zeichen des eucharistischen Mahles auf vollkommenere Art zum Ausdruck gebracht“ (IGMR 240). In den ostkirchlichen Riten ist dies die übliche Art zu kommunizieren."

Nur in KKK 1390 wird auf die Form des Kommunionempfangs eingegangen. Hierbei wird unter dem "lateinischen Ritus" und der "volle Zeichenhaftigkeit" unterschieden. Ersteres ist die Kommunion des Leibes Jesu (Hostie), zweiteres die Kommunion in beiderlei Gestalten (Brot und Wein), wie sie vor allem am Gründonnerstag ausgeteilt wird. Doch auch hier keine Aussage darüber, ob nun mit der Hand oder mit dem Mund die Kommunion zu empfangen ist. Nun stellt sich die Frage, welchen Stellenwert hat dann überhaupt die unterschiedliche Praxis (Hand- oder Mundkommunion) nach dem KKK besitzt. Einige Ausblicke auf andere Themen sollen dies verdeutlichen:

  • KK 2413 "Glücksspiele (wie Kartenspiele) oder Wetten verstoßen an und für sich nicht gegen die Gerechtigkeit. Sie werden jedoch dann sittlich unzulässig, wenn sie jemand um das bringen, was er zu seinem und anderer Menschen Lebensunterhalt braucht. Die Spielleidenschaft droht den Spieler zu versklaven. Eine ungerechte Wette abzuschließen oder beim Spiel zu betrügen ist schwerwiegend, außer wenn der zugefügte Schaden so gering ist, daß der Geschädigte ihn vernünftiger weise nicht ernst nehmen kann."
  • KK 1674 "... Der religiöse Sinn des christlichen Volkes hat von jeher in mannigfaltigen Frömmigkeitsformen Ausdruck gefunden, die das liturgische Leben der Kirche umgeben — wie die Reliquienverehrung, das Aufsuchen von Heiligtümern, die Wallfahrten und Prozessionen, die Kreuzwegandachten, die religiösen Tänze, der Rosenkranz und die Medaillen [...]."

Die Diskussion

Durch Flugblätter werden gerade fromme und gutgläubige Christen in der Frage um den rechten Kommunionempfang verunsichert. Mit haarsträubenden Drohungen (z.B.: den Menschen, die Handkommunion praktizieren, würden im Jenseits die Hände abfaulen) wird ihnen Angst eingejagt.

Den Menschen, denen die richtige Art und Weise des Kommunionempfangs so sehr am Herzen liegt, lege ich ganz besonders Mk 12,28-34 und die Parallelstellen Mt 22,34-40 sowie Lk 10,25-28 ans Herz. Darin wird die Frage nach dem wichtigsten Gebot gestellt. Die Antwort lautet neben der Gottesliebe, „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Das ist das wichtigste Gebot. Oft entsteht der Eindruck, dass es die Frage sei, ob Hand- oder Mundkommunion. Die Art und Weise, wie die Diskussion von den Befürwortern der Mundkommunion geführt wird, zeugt oft von wenig Nächstenliebe. Daher sei hier an dieses zentrale christliche Gebot erinnert:

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Brief vm 12.7.1997

Sehr geehrte Damen und Herren der „Eucharistische Bewegung zur Verherrlichung Gottes“,

zunächst möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen. Ich habe letztes Jahr (1996) mein Theologiestudium beendet und mache soeben ein Praktikum in der Pfarrei. Nach einem Gottesdienst wurde mir der Handzettel "Handkommunion ist sakrilegisch" ausgehändigt. Da ich in meine Studienzeit sehr viel von Überprüfung der Quellen gelernt habe, möchte ich Sie bitten, mir nähere Angaben dazu zu machen, worauf sich die in diesem Handzettel aufgeführte Zitate berufen. Ich will damit gerne den Zusammenhang überprüfen, in dem diese von Ihnen wiedergegebene Zitate stehen. So kann auch das Beispiel aufgeführt werden, dass es in der Bibel gleich dreimal heißt, "es gibt keinen Gott" (Weish 12,13; Sir 36,5; Jes 45,21). Daher ist es mich wichtig, den Zusammenhang zu sehen, in dem die von Ihnen wiedergegebenen Stellen stehen. Als weiteres bitte ich Sie um die Beantwortung folgender Fragen, die sich alle auf diesen Handzettel beziehen. In der Beantwortung können Sie einfach nur die Nummer der Frage angeben und Ihre Antwort folgen lassen:

  1. Wo hat das Konzil von Trient die Handkommunion abgelehnt?
    Im Kapitel 5 (Der Kult und die Verherrlichung, die diesem heiligsten Sakrament zu erweisen sind) finde ich kein einziges Wort darüber, dass Handkommunion verboten wäre. Es soll doch der Leib des Herrn verehrt werden, so dieses Dogma. dass er durch Handkommunion nicht verehrt würde, steht da mit keinem Wort. Damit müßten Sie diese Begründung fallen lassen.
  2. Wo steht bei Manfred Lurker, dass Handkommunion sakrilegisch ist, so wie Sie es darstellen?
    Ich finde bei M. Lurker keinen einzigen Satz darüber, dass Handkommunion sakrilegisch ist. Warum führen sie ihn mit diesem Zitat auf und beschreiben die Handkommunion gotteslästerlich?
  3. Leiten Sie alleine von dem Wort "unterwürfigst" (devotissime) ab, dass Handkommunion gesetzwidrig ist?
    Damit nicht jeder beliebige Gläubige das Gesetzeswerk der katholischen Kirche (CIC) nach seinen Wünschen und Vorstellungen auslegen kann, gibt es einen Kommentar dazu. In diesem „Münsterischer Kommentar“ ist aber zu Can. 898 kein Wort darüber gesagt, dass Handkommunion gesetzwidrig sei. Wie kommen Sie dann zu Ihrer Auslegung von Can. 898? Sind Sie denn größer als diese katholischen Rechtsberater?
  4. Angesichts dessen, dass Papst Paul VI. schon seit seinem Amtsantritt sehr viel Autonomie bewiesen hat (Noch während des Vat. II. hat er die Diskussion um die Geburtenregelung dem Konzil entnommen und einer eigenen Kommission übergeben. Nachdem diese auch kein Papier nach seinen Wünschen herausbrachte schrieb er selbst die Enzyklika "Humanae vitae") kann ich diesen von Ihnen wiedergegebene Ablauf um die Frage der Handkommunion nicht nachvollziehen. Hier vermute ich Propagandamethoden, ähnlich der "Dolchstoßlegende". Wie bringen Sie diese beiden Gesichter von Paul VI. unter einen Hut, oder ignorieren Sie einfach sein Selbstbewußtsein?
  5. Wo steht in "Dominicae cenae", dass die Handkommunion die Ursache für die mangelnde Ehrfurcht vor den eucharistischen Gestalten ist?
    Ich kann diese Rückführung nicht finden. Daher haben Sie auch diese Begründung zu streichen.
  6. Warum muß in der übrigen Welt das getan werden, was ein Prälat von Polen sagt?
    Einige Polen können von mir aus gerne weiterhin Mundkommunion machen. So verbreitet, wie Sie es schildern, ist die Mundkommunion in Polen auch nicht mehr. Diese Äußerung von Prälat Matausz ist eher als ein Versuch zu sehen, der sich weiter ausbreitenden Praxis der Handkommunion in Polen entgegenzuwirken. Was müssen wir hier in Deutschland ein polnisches Problem zu eigen machen?
  7. Bischof Haas ist eine kirchliche Stimme. Er ist zwar Bischof einer Diözese, aber selbst dort äußerst umstritten. Außerdem ist das seine ganz "persönliche" Meinung und kein Hirtenwort! Trotz seiner als konservativ geltenden Haltung spricht er mit keinem Wort davon, dass er für ein Verbot der Handkommunion eintritt. Wie kommen Sie dann dazu, dieses Zitat für die Gegenargumentation zur Handkommunion zu verwenden?
  8. Zu Prof. Kaspers ist anzumerken, dass er mit der von Ihnen zitierten Äußerung mit keinem Wort gesagt hat, dass er der Meinung ist, dass er die heutige Praxis der Handkommunion als "sakrilegisch" bezeichnet. Wieso führen Sie dieses Zitat dann auf?
    Umgekehrt müßten wir rückblickend so manchen Heiligen der römisch-katholischen Kirche exkommunizieren, weil sie nicht das glaubten, was heute Dogma ist. So wehrte sich Thomas von Aquin sehr dagegen, dass Maria mit Leib uns Seele in den Himmel aufgenommen worden ist. Hier zeigt es sich, dass die Kirche kein statisches Gebilde ist, sondern sich auch weiterentwickelt und "lebt". Wer sagt Ihnen, dass das richtig war, was früher geglaubt wurde? Wir haben heute Gremien, die uns den Glauben, der heute gültig ist, lehren. Wollen Sie sich über diese Gremien stellen? Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass Sie dies tun.
  9. Wie begründen Sie es bitte, dass eine Mundkommunion sicherstellt, dass der Leib Christi damit würdiger empfangen wird?
    Das Argument, dass mit der Zunge kein Weihwasser genommen wird, ist wohl nicht zu leugnen. Auch ist es schwer zu leugnen, dass mit der Zunge mehr gesündigt wird, als mit so manch anderem Körperteil. Warum plädieren Sie dann dafür, dass gerade mit dem sündhaftesten aller Körperteile der Leib Christi empfangen werden soll?
  10. Womit leugnet jemand, der Handkommunion praktiziert, dass in "den einzelnen Teilen jeder Gestalt der ganze Christus enthalten ist"?
    Hier kann ich Ihre Argumentation wirklich nicht nachvollziehen. Können Sie mir das bitte näher erläutern?
  11. Die Äußerung des "bedeutenden kanadischen Theologen" P. Ovila Melancon CSC ist keine Lehrmeinung! Das "Problem" stellt sich durchaus. Wer garantiert Ihnen, dass der Priester durch seine Tätigkeiten mit Altar- und Kelchtuch alle Partikel "sicherstellt"?
  12. Ich bin da sogar der Meinung, dass - solange Kelch- und Altartuch aus Naturfasern sind und keine Folie (Altartuch) - der Priester auch bei vorsichtigstem Gebrauch mehr Partikel verliert, als eine ganze Gemeinde beim Werktagsgottesdienst durch Handkommunion. Gerade das Brechen des Leibes Christi schleudert Partikel über den ganzen Altartisch, über den Rand des Altartuches hinaus. Da kann eine ganze Werktagsgottesdienstgemeinde durch Handkommunion gar nicht mehr Partikel verlieren, als es der Priester schon getan hat. In diesem Punkt "sündigt" somit der Priester stärker, als die ganze Gemeinde. Wie stehen Sie dazu?
  13. Kurat Kurt Palm sollte, wenn er sich schon derart für die Mundkommunion einsetzt, nicht von "hl. Hostien" sondern vom Leib Christi sprechen. Hier beginnt schon in Ihren eigenen Reihen durch die Begrifflichkeit die Verunehrung Gottes!
    Im übrigen sei hier auf Nr. 11 verwiesen. - Außerdem, wer sagt dem Kurat Kurt Palm, dass diese von ihm wahrgenommenen Partikel nicht schon durch das Einfüllen (schütteln aus der Plastiktüte) nicht schon vorher im Hostienteller waren? Wenn er dies vermeiden möchte, so hat er jede einzelne Hostie in den Teller zu legen. Wenn ihm so viel daran liegt, kann er dies ja tun. Er soll aber bitte nicht hingehen und mit seinen eigenen "Fehlern" anderen Menschen ein schlechtes Gewissen bereiten!
  14. Wie garantiert Prof. Nußbaum, dass die Gefahren einer Verunehrung bei der Handkommunion größer sind, als bei einer Mundkommunion?
    Ich bin der Überzeugung, dass derjenige, der bewußt verunehren möchte, dies macht, ob er nun Hand- oder Mundkommunion nimmt. Hier schützen auch nicht die dünnen Hostien, die sogleich auf der Zunge zergehen. Sie kann man noch immer auf der Zunge lassen und in der Bank dann mit Fingern oder Zähnen von der Zunge schaben.
  15. Um die von Ihnen angestrebte "Sicherheit" ganz hoch zu schrauben schlage ich vor, dass künftig das Blut Christi mit der Spritze intravenös den Gläubigen verabreicht wird. Damit ist sichergestellt, dass der Kommunizierende damit keinen Unfug mehr anrichtet, es sei denn, er schneidet sich sogleich die Pulsadern auf.
  16. Erzbischof Milingo muß auf Nr. 13 verwiesen werden.
  17. Wer garantiert Kardinal Stickler, dass die Kinder nach dem Kommunionempfang sich nicht auch gegenseitig die Zunge herausstrecken, weil sie Blödsinn machen wollen?
    Es fehlt hier ganz einfach an der gesunden Hinführung an den Kommunionempfang. Das was sich da als "Späße" zeigt, ist nur die Auswirkung dieser schlechten und unzureichenden Hinführung. Hier ist vorher zu handeln. Die Ursache muß bekämpft werden, nicht das Symptom! - Außerdem sei hier auf Nr. 13. verwiesen.
  18. Das von Ihnen ausgesuchte Zitat von Bischof Fulton J. Sheen unterstreicht das unter Nr. 15 Geschriebene. Es ist aber aus dem Zitat kein Verbot der Handkommunion zu erkennen. Würden Sie es mir bitte erschließen?
  19. P. Michael ist nicht die Lehrmeinung. Wenn er der Überzeugung ist, dass mit "der Handkommunion der Todeskeim in die Kirche eingedrungen ist", dann möge er doch mit dieser seiner "Erkenntnis" die Glaubenskongregation in Rom informieren und warnen. Ihr obliegt es, über die Lehre und den Glauben der Kirche zu wachen. Wenn die Glaubenskongregation seine "Erkenntnis" für richtig hält, wird sie sicherlich umgehend handeln. Da ihr aber die "Erkenntnis" des P. Michael sicherlich schon bekannt ist und sie bis heute noch nicht gehandelt hat, gehe ich davon aus, dass sie seine Meinung nicht teilt. Damit sehe ich mich noch immer als einen guten und rechtsgläubigen Katholiken an, wenn ich weiterhin Handkommunion praktiziere. Wenn Sie an dieser meiner Überlegung einen Fehlschluß erkennen, zeigen Sie ihn mir bitte auf!
  20. Wo ist in dem Zitat der Schwester Lucia das Verbot der Handkommunion?
    Mit keinem Wort spricht in diesem Zitat Schwester Lucia gegen die Handkommunion oder auch für die Mundkommunion. Weshalb führen sie es als Argument auf?

Als Summe bleibt von Ihrem Handzettel nichts weiteres als "Schall und Rauch". In keinem der von Ihnen aufgezählten Beispielen haben Sie eine geltende Lehrmeinung oder ein Gesetz der römisch-katholischen Kirche gegen die Handkommunion aufgeführt. Daher muß ich diesen Handzettel eher als ein Propagandablatt ansehen, das versucht, all den Gläubigen, die nicht Ihre Linie vertreten, ein schlechtes Gewissen zu machen oder durch Angst auf Ihre Seite zu holen. Dieser von Ihnen praktizierte Umgang mit Christgläubigen sehe ich als unchristlich an, da Jesus uns nicht geboten hat, mit "Feuer und Schwert" oder mit "Angst und Schrecken" den Glauben zu verkünden.

Nachdem ich Ihren Handzettel in allen seinen Punkten ad absurdum geführt habe, möchte ich mir erlauben, Ihnen noch weitere Fragen zur Form des Kommunionempfangs zu stellen. Ich bitte Sie, mir auch diese in gleicher Weise einzeln und detailliert zu beantworten.

  1. Wie erklären Sie es, dass in dem "Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlicher Lehr-entscheidungen" (Denzinger-Hünermann) zwar Entscheidungen zur "häufigen und täglichen Kommunion" (DH 2091-2095) enthalten sind, aber kein einziger Hinweis auf die Frage zur Hand- oder Mundkommunion?
  2. Unseren Glauben führen wir alle zurück auf Jesus Christus. Wenn ich mir nun sein letztes Abendmahl mit seinen Aposteln vorstelle, so tue ich mich sehr schwer, mir vorzustellen, dass dort ein Altartuch auslag, das die Partikel des von Jesus gebrochenen Brotes (= der Leib Christi) aufnahm. Die dort verursachten Krümel wurden von den Aposteln schon "mit Füßen getreten". Muß das Ihnen nicht sehr schmerzen?
  3. Bei den Emausjüngern (Lk 24,13-35) brach Jesus unerkannt nochmals das Brot. Dort war ganz sicher auch kein Altartuch zum Auffangen der Krümel. Warum sollen wir in diesem Punkte anders leben, als die Aposteln und Jesus selbst?
  4. In Ihrer Haltung zur (Streit-)Frage ob Hand- oder Mundkommunion sehe ich eine Parallele zum Sabbatgebot der Juden. Dazu stellte Jesus den (über-)frommen Juden die Frage, ob denn der Mensch für den Sabbat oder der Sabbat für den Menschen da sei. Die Antwort ist bei Mk 2,27 nachzulesen (Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.). So denke ich, dass die Kommunion - gleich in welcher Form empfangen - für den Menschen da ist, und nicht der Mensch für die Partikel, die in der Urgemeinde überhaupt keine Rolle gespielt haben. Wie stehen Sie dazu?
  5. Jesus selbst hielt sich nicht von den Menschen fern, sondern ging auf sie zu und berührte sie. Dies ist 9 mal in den Evangelien bezeugt (Mt 8,3; 8,15; 9,29; 20,34; Mk 1,41; 7,33; Lk 5,13; 14,4; 22,51). Daneben gibt es drei Zeugnisse davon, dass eine Frau (!) Jesus berührt hat und Jesus nichts dagegen hatte (Mt 9,20; Mk 5,27; Lk 8,44). Wie begründen Sie es, dass damals keine Partikel von Jesus gesammelt wurden, aber heute jedes Partikel gesammelt werden soll?
  6. Wie erklären Sie mir bitte, diesen doch ganz anderen Umgang mit dem Leib des auf der Erde wandelnden Christus gegenüber dem heutigen Leib Christi? Ist der heutige Leib dann irgendwie wertvoller? Was ist an ihm so besonders, so anders, dass ihm eine derartige Beachtung bis auf die Partikelebene (fast schon atomaren Bereich) gezollt werden soll?

Ich denken, dass ich Ihr Anliegen nicht nur verstehe, sondern auch teile. Was mich an Ihrer Bewegung doch sehr stört, ja sogar abstößt, das möchte ich in folgende Punkte zusammenfassen:

  1. Wie das ad Absurdum-führen Ihrer Punkte zeigt, können Sie kein einziges stichhaltiges Argument für die Mundkommunion aufführen.
  2. Sie achten mir zu sehr auf die Sache, als auf den Inhalt. Dies zeigt sich in meinen Fragen Nr. 11 und meinem Vergleich mit dem Sabbatgebot
  3. Außerdem bekämpfen Sie in meinen Augen das Symptom, und nicht die Ursache. Dies wird in meiner Frage Nr. 15 deutlich.
  4. Schließlich versuchen Sie den Gläubigen, die Handkommunion betreiben, ein schlechtes Gewissen zu machen, weil sie nicht von der Handkommunion ablassen. Dazu gibt es aber keinen Grund.
  5. Dadurch, dass sie die Handkommunion verteufeln (sakrilegisch) arbeiten Sie nicht für sondern gegen die Einheit der Christen. Ich möchte Ihnen hierzu 1.Kor 1-3 dringend ans Herz legen.

Mit großer Erwartung sehe ich Ihrer Antwort entgegen und verbleibe

Brief vom 24.7.1997

Mein Brief vom 24.7.1997

Ihre Antwort auf mein Schreiben vom 16.7.97

Sehr geehrte Damen und Herren der „Eucharistische Bewegung zur Verherrlichung Gottes“,

es freute mich sehr, dass ich heute von Ihnen Antwort auf meinen Brief vom 16.7.97 erhalten habe. Stark enttäuscht war ich dann doch über den Inhalt dieses "Antwortschreibens". Von "Antwort" war da gar nichts zu finden. Ich hatte Ihnen konkrete Fragen gestellt und Sie hatten mir - netter Weise - weiteres Informationsmaterial zugesandt. Trotzdem würde es mich sehr freuen, wenn Sie auf meinen Brief und seine Fragen eingehen würden. Solange Sie das nicht tun, zeigen Sie mir ein „Aneinander-vorbei-Reden“, aber kein Gespräch. Auch von „Beantwortung“ meines Briefes kann somit nicht gesprochen werden. Daher bitte ich Sie nochmals, mir meine Fragen zu beantworten, da Sie mir ansonsten indiskutabel erscheinen und Sie auch keine Dialogbereitschaft zeigen. Dialog ist ein Gespräch miteinander und nicht ein nebeneinander oder gar ein aneinander-vorbei. Um Ihnen die Be-antwort-ung meiner Fragen zu erleichtern, gebe ich nachfolgend meinen o.g. Brief wieder. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich von Ihnen in meinen Fragen ernstgenommen werden würde und ich auch echte Antwort erhalten würde.

[Anm. 1]

Soweit mein Brief vom 16.7.97, um dessen Be-antwort-ung ich bitte. Ich möchte über diesen Handzettel mit Ihnen ins Gespräch kommen. Ich würde mich daher sehr darüber freuen, wenn ich nun keine weiteren „Informationsmaterialien“ erhalten würde, sondern eine Antwort auf meine Fragen.

Wie ich Ihnen in diesem Brief vom 16.7.97 aufzeigte, findet sich in keinem dieser im Handzettel wiedergegebenen Zitate ein echtes Argument für die Handkommunion. Hier bitte ich Sie daher um echte Aufklärung und Beantwortung der Fragen.

Mit großer Erwartung sehe ich Ihrer Antwort entgegen und verbleibe

  1. http://www.etika.com/0/0i198.htm Zugriff am 15.10.2002.
    • (Sanctus, Eucharistische Bewegung zur Verherrlichung Gottes, Postfach 10 48 45, D-69038 Heidelberg)
  2. http://www.8ung.at/kommherr/dogobbi.htm 15.10.2002.


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