Hochzeitskerze

Aus Schaefer SAC
Wechseln zu: Navigation, Suche

Einige Paare wünschen sich eine Hochzeitskerze. Die Gründe dafür sind verschieden. Damit die Hochzeitskerze nicht nur einfach angezündet wird, gibt es verschiedene Geschichten um Kerzen, die man hierzu vorlesen kann. Es gibt noch mehr Geschichten über Kerzen, als diese hier:

Das Streichholz und die Kerze

Gespräch zwischen Zündholz und Kerze

Es kam der Tag, da sagte das Zündholz zur Kerze: "Ich habe den Auftrag, dich anzuzünden."

"Oh nein", erschrak die Kerze, "nur das nicht. Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt. Niemand wird meine Schönheit mehr bewundern."

Das Zündholz fragte: "Aber willst du denn ein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne zuvor gelebt zu haben?"

"Aber brennen tut doch weh und zehrt an meinen Kräften", flüstert die Kerze unsicher und voller Angst.

"Es ist wahr", entgegnete das Zündholz. "Aber das ist doch das Geheimnis unserer Berufung: Wir sind berufen, Licht zu sein. Was ich tun kann, ist wenig.Zünde ich dich nicht an, so verpasse ich den Sinn meines Lebens. Ich bin dafür da, Feuer zu entfachen.

Du bist eine Kerze. Du sollst für andere leuchten und Wärme schenken. Alles, was du an Schmerz und Leid und Kraft hingibst, wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst. Andere werden dein Feuer weitertragen. Nur wenn du dich versagst, wirst du sterben."

Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung: "Ich bitte dich, zünde mich an!"

(Verfasser unbekannt)

Geschichte der Hochzeitskerze

Die Hochzeitskerze flüstert Euch dies ins Ohr:
Ich habe es gesehen,
meine kleine Flamme war dabei als ihr die Hände ineinander gelegt
und Euer Herz verschenkt habt.
Ich bin mehr als bloß eine Kerze.
Ich bin ein stummer Zeuge im Haus Eurer Liebe
und wohne weiter bei euch.
An Tagen, da die Sonne scheint, braucht ihr mich nicht anzuzünden.
Aber wenn Ihr vor Freude außer Euch seid,
wenn ein Kind unterwegs ist
oder ein anderer schöner Stern am Horizont Eures Lebens erscheint,
dann zündet mich an.
Zündet mich an, wenn es dunkel wird,
wenn in euer Leben Sturm einbricht.
Wenn der erste Streit da ist,
wenn ihr lautlos unter etwas leidet,
dann zündet mich an.
Zündet mich an, wenn der erste Schritt getan werden muss,
aber ihr wisst nicht wie,
wenn eine Aussprache notwendig wird,
aber Ihr findet keine Worte,
wenn Ihr euch umarmen möchtet,
aber die Arme sind wie gelähmt,
dann zündet mich an.
Mein kleines Licht ist für euch ein deutliches Zeichen.
Es spricht seine eigene Sprache, die jeder versteht.
Ich bin eure Hochzeitskerze. Ich habe euch gern.
Lasst mich brennen, solange es nötig ist,
bis ihr mich dann gemeinsam,
Wange an Wange ausblasen könnt.
Dann sage ich dankbar: Bis zum nächsten Mal!

Ansprache einer Kerze

Ihr habt mich angezündet und schaut - nachdenklich oder versonnen - in mein Licht.

Vielleicht freut ihr euch auch ein bisschen dabei.

Ich jedenfalls freue mich, dass ich brenne.

Wenn ich nicht brennen würde, läge ich in einem Karton mit anderen, die auch nicht brennen.

In so einem Karton haben wir überhaupt keinen Sinn.

Da liegen wir nur herum.

Einen Sinn habe ich nur, wenn ich brenne.

Und jetzt brenne ich.

Aber seit ich brenne, bin ich schon ein kleines bisschen kürzer geworden.

Das ist schade, denn ich kann mir ausrechnen, wann ich so kurz bin, dass ich nur noch ein kleines Stümpfchen sein werde.

Aber so ist das: es gibt nur zwei Möglichkeiten:

Entweder ich bleibe ganz und versehrt im Karton, dann werde ich nicht kürzer, dann geht mir überhaupt nichts ab, aber dann weiß ich nicht, was ich eigentlich soll.

Oder ich gebe Licht und Wärme, dann weiß ich, wofür ich da bin, dann muss ich aber etwas dafür geben, etwas von mir selbst, mich selber.

Das ist schöner als kalt und sinnlos im Karton zu sein.

So ist das auch bei euch Menschen, genauso.

Entweder ihr bleibt für euch, dann passiert euch nichts, dann geht euch nichts ab aber dann wisst ihr auch eigentlich nicht so recht, warum.

Dann seid ihr wie Kerzen im Karton.

Oder ihr gebt Licht und Wärme.

Dann habt ihr einen Sinn.

Dann freuen sich die Menschen, dass es euch gibt.

Dann seid ihr nicht vergebens da.

Aber dafür müsst ihr etwas geben: von euch selber,

von allem, was in euch lebendig ist:
von eurer Treue, eurem Lachen, von eurer Traurigkeit, von euren Ängsten, von euren Sehnsüchten, von allem, was in euch ist.

Ihr braucht keine Angst zu haben, wenn ihr dabei kürzer werdet.

Das ist nur äußerlich.

Innen werdet ihr immer heller.

Denkt ruhig dran, wenn ihr eine brennende Kerze seht, denn so eine Kerze seid ihr selber.

Ich bin nur eine kleine, einzelne Kerze.

Wenn ich alleine brenne, ist mein Licht nicht groß und die Wärme die ich gebe, ist gering.

Ich alleine - das ist nicht viel.


Aber mit anderen zusammen ist das Licht groß und die Wärme stark.

Bei euch Menschen ist das genauso.

Einzeln, für euch genommen, ist euer Licht nicht gewaltig und die Wärme klein.

Aber zusammen mit andern, seid ihr viel.

Und, Licht ist ansteckend !!!

So werdet ihr nicht ärmer, wenn ihr mit eurer Kerze die eines anderen anzündet.

Ihr werdet heller.

(Verfasser unbekannt)

Ansprache einer Kerze (Hans Albert Höntges)

Ihr habt mich angezündet und schaut - nachdenklich oder versonnen in mein Licht.

Vielleicht freut Ihr euch ein bisschen dabei. Ich jedenfalls freue mich, dass ich brenne.

Wenn ich nicht brennen würde, dann läge ich in einem Karton.

In so einem Karton haben wir aber überhaupt keinen Sinn. Da liegen wir nur herum.

Einen Sinn habe ich nur, wenn ich brenne. Und jetzt brenne ich.

Aber seit ich brenne, bin ich schon ein kleines bisschen kürzer geworden. Das ist schade, denn ich kann mir schon ausrechnen, wenn ich so kurz bin, dass ich nur noch ein kleines Stümpfchen bin.

Aber so ist das: es gibt nur zwei Möglichkeiten - entweder ich bleibe ganz und unversehrt und im Karton, dann werde ich nicht kürzer, dann geht mir überhaupt nichts ab - aber dann weiß ich nicht, was ich eigentlich soll - oder ich gebe Licht und Wärme, dann weiß ich, wofür ich da bin, dann muss ich aber etwas geben dafür: von mir selbst, mich selber. Das ist schöner als kalt und sinnlos im Karton.

So ist das auch bei Euch Menschen, genauso. Entweder Ihr bleibt für euch, dann passiert euch nichts, dann geht euch nichts ab -aber dann wisst Ihr auch eigentlich nicht so recht warum. Dann seid Ihr wie Kerzen im Karton. Oder Ihr gebt Licht und Wärme. Dann habt Ihr einen Sinn. Dann freuen sich die Menschen, dass es euch gibt. Dann seid Ihr nicht vergebens da.

Aber dafür müsst Ihr etwas geben. Von euch selber, vor allem, was in euch lebendig ist. Von eurer Freude, eurer Herzlichkeit, von eurer Treue, eurem Lachen, eurer Traurigkeit, von euren Ängsten, von euren Sehnsüchten, von allem, was in euch ist.

Ihr braucht keine Angst zu haben, wenn Ihr dabei kürzer werdet. Das ist nur äußerlich. Innen werdet Ihr immer heller.

Denkt ruhig daran, wenn Ihr in eine brennende Kerze seht, denn so eine Kerze seid Ihr selber.

Ich bin nur eine kleine, einzelne Kerze. Wenn ich allein brenne, ist mein Licht nicht groß und die Wärme, die ich gebe, ist gering. Ich allein - das ist nicht viel.

Aber mit anderen zusammen ist das Licht groß und die Wärme stark.

Das ist einfach zu begreifen.

Und wieder: bei euch Menschen ist das genauso. Einzeln, für euch genommen, ist euer Licht nicht gewaltig und die Wärme klein.

Aber zusammen mit anderen, da seid Ihr viel.

Licht ist ansteckend!

Als der Krieg zu Ende war, fand in Los Angeles eine Feier der Bürger statt. Man feierte den Frieden. Bei seiner Ansprache sagte der Bürgermeister: "

Ich möchte Ihnen etwas zeigen. In wenigen Augenblicken werden die Scheinwerfer im Stadion gelöscht. Es wird hier ganz finster werden. Ich werde dann das winzige Licht eines einzigen brennenden Streichholzes hochhalten. Sie werden es alle sehen. Dann bitte ich Sie alle, auch ein Streichholz anzuzünden und das Licht hochzuhalten."

Das Licht ging aus. Es wurde stockfinster im Stadion.

Dann schauten alle auf das kleine flackernde Licht in der Hand des Bürgermeisters, rührend aber winzig.

Und dann hörte man das Rascheln der Streichholzschachteln. Und mehr als achtzig tausend kleine Lichter gingen an und das Stadion wurde wieder hell von all dem Licht. "

Vergessen Sie dieses Bild nicht", rief der Bürgermeister: "Ein Licht ist wenig, aber das Licht, ist ansteckend; viele Lichter sind hell." Und noch etwas: Manchmal geschieht es, daß im Haushalt plötzlich das Licht ausgeht. Dann ist es unerwartet finster, und alle rufen nach einer Kerze. Dann werden Schubladen gezogen, ein Streichholz wird angemacht und mit dem Anzünden der Kerze ist die Dunkelheit überwunden. Mit einem einzigen Licht.

So ist es auch wieder unter euch Menschen.

Es ist nicht alles gut in dieser Welt. Vieles ist finster und kalt. Viele klagen und schimpfen darüber. Manche hören überhaupt nicht auf, sich und anderen vorzujammern, wie miserabel es allen und ihnen im Besonderen geht.

Aber ein einziges Licht, das brennt, ist mehr als alle Dunkelheit.

Lasst euch deshalb Mut machen und wartet nicht auf die anderen. Lasst euch anzünden, brennt und leuchtet und wärmt. Das ist der Sinn eures Lebens, wie es der Sinn einer einfachen Kerze ist.

Und wenn ihr Zweifel habt, ob das auch stimmt, dann zündet eine Kerze an - und schaut in die lebendige Flamme und begreift das Gleichnis.

Hans Albert Höntges

Anhang

Anmerkungen


Einzelnachweise