Codó/Bespitzelung der Bischöfe (2019)

Aus Schaefer SAC
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Liebe Freunde,

wie erwartet haben nun Bespitzelungen und Spionage in der katholischen Kirhce durch den brasilianischen Geheimdienst, vor allem unter Bischöfen begonnen. Der Fall ist auf höchster Ebene bekannt geworden und bereits im Parlament behandelt worden.

Der auslösende Grund: Papst Franziskus hat für Oktober dieses Jahres eine Synode einberufen, die das Amazonasgebiet, "die Lunge der Welt", als Hauptmotiv im Auge hat und als Thema behandelt. Neun angrenzende Länder der Amazonasregion sind davon unmittelbar betroffen, und die Kirche in diesen Ländern, sowie alle Menschen guten Willens zur Teilnahme eingeladen.

Die Ansichten und Erwartungen im Hinblick dieses gigantischen Gebietes sind konträr zwischen katholischer Kirche und brasilianischem Staat.

Während der brasilianische Staat auf "Fortschritt", grossflächige Abrodungen, gigantische Investitionen und Projekte, unter Ausschaltung und Vernichtung der Urbevölkerung setzt, verteidigt die katholische Kirche den Regenwald, der die Hälfte der Fauna und Flora der Welt beherbergt, sowie die über 290 verschiedenen Indianerstämme, die der Ausrottung ausgesetzt sind, sowie andere traditionelle Völker, die Familienwirtschaft, die Biodiversität, Klimaschutz, die Schöpfung Gottes. "Wir sind besorgt, wollen das neutralisieren," sagt der Vorsitzende der institutionalisierten Sicherheit, Augusto Heleno, der den Gegenangriff der Regierung kommandiert.

Der brasiliansche Staat sieht die Aktion der katholischen Kirche als Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Staates und Verletzung seiner Souveränität und Hoheitsrechte. Er rechtfertigt seinen Missmut mit dem Argument, die Synode der katholischen Kirche sei eine Aktion der Linken. Militärs der inneren Sicherheit hätten Nachforschungen betrieben und Dokumente vorbereitet, in denen sie erklären, dass gewisse Bereiche der katholischen Kirche, die mit sozialen Bewegungen und linken Parteien in Verbindung stehen, also der "progressive Klerus" (Zitat!), die Synode ausnutzen wollen, um die Regierung Bolsonaro zu kritisieren und internationale Einwirkung zu provozieren. Verschiedene Büros des brasilianischen Geheimdienste bespitzeln nicht nur die katholische Kirche und ihre vorbereitenden Versammlungen in den Pfarreien und Diözesen zur Amazonassynode, sondern auch Nicht-Regierungs-Organisationen und die Gegenwart von Ausländern in Indianergebieten. Man will den Papst in Gesprächen dazu bringen, so heisst es in offiziellen Kreisen, von der Synode Abstand zu nehmen.

Absurd!!

Wir kehren Schritt für Schritt wieder auf die Militärdiktatur zurück, die soviel Elend, Gewalt und Blutvergiessen in den Jahren von 1964 bis 1988 in Brasilien gefordert hat.......

Bereiten wir uns auf die Herausforderungen vor!!

Gruss
Padre José